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Die angespannte Lage in den meisten Bereichen des Bauwesens, verlangt in verstärktem Maße Nachdenken über die innerbetrieblichen Prozesse und deren Kosten. Sparen ist also angesagt. Aber Wo? Der für manche einfachste Weg, ist das Schüren von Existenzängsten gegenüber den Angestellten und damit verbundene Forderungen nach mehr Arbeit für weniger Lohn. Doch das bringt nur kurzfristige und gleichzeitig gefährliche Linderung, denn damit wird nicht die eigentliche Ursache bekämpft. Außerdem glaube ich, das gilt in verstärktem Maß für die neuen Bundesländer, daß es wohl kaum jemanden gibt, der momentan im Baubereich "zu viel" verdient. Der in manchen Handwerksbetrieben abzusehende Trend, Arbeitskräfte billig um jeden Preis zu beschäftigen, führt langfristig zum Untergang des Handwerks!
Nicht nur, daß ein ständig sinkendes Lohnniveau bzw. fehlende Entwicklungsaussichten zu massiven Nachwuchssorgen führt, nein auch junge, gut qualifizierte Fachkräfte wandern ab. Die Zahl derer (z.B. im Steinmetzhandwerk), die nach einigen Jahren oder zum Teil sogar direkt nach der Lehrausbildung einen anderen, artfremden Job annehmen, muß wenn allein ich etliche davon kenne, doch recht groß sein. Die Gründe dafür sind natürlich vielfältig.
Das sich der "Hände Arbeit" jedoch auszahlt, mag in einem Land, daß sich zur Dienstleistungsgesellschaft aufschwingen will, niemand mehr so richtig glauben. Um so wichtiger wäre es, gerade Berufseinsteigern Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten. Wenn aber manche Fachbetriebe nur noch angelernte Billigarbeiter beschäftigen, brauchen die sich nicht wundern, wenn sich plötzlich fachfremde Betriebe ebenfalls in der Lage wähnen, die gleichen Aufgaben erfüllen zu können. (wenn z.B. Malerfirmen Fassadensanierungen im Steinbereich anbieten).
Was aber tun, wenn scheinbar in vielen Bereichen einfach nichts mehr zu verdienen ist, wenn ständig irgendjemand mit einem selbstzerstörerischen Dumpingangebot daherkommt? Der Weg, diese Entwicklung in der Art mitzumachen, selbst die Preise, auf Kosten des eigenen Betriebes (Hauptsache man hat überhaupt Arbeit) zu senken, führt in eine Sackgasse, aus der es dann nur noch schmerzliche Auswege gibt.
Wir müssen uns vor Augen halten, daß der Aufwand an Arbeitszeit pro Auftrag, wenn Qualität maßgebend ist, nicht zu reduzieren sein wird. Das Gegenteil ist da wohl wahrscheinlicher, denn es werden ständig mehr Aufgaben (Bestandsanalyse, Dokumentation usw.) als selbstverständlich vorausgesetzt. (Auch ein Punkt, an dem schlecht ausgebildete Billigarbeiter nicht besonders hilfreich sind.)
Dann kommt ein Punkt, an dem man sich überlegen muß, ob man in der richtigen Liga spielt. Es bringt schließlich nichts, ständig irgendwo mitmachen zu wollen, wofür man entweder nicht geeignet ist, oder nicht bereit, sich den üblichen Spielregeln anzupassen. Als Handwerksbetrieb muß man sich unter Umständen auch von althergebrachten Geschäftfeldern trennen können. Bei der Menge an Naturstein-Fensterbänken z.B., die in Baumärkten zu Schleuderpreisen verkauft werden, fällt es nicht schwer sich Bereiche vorzustellen, von denen wir uns verabschieden, oder die wir uns wieder völlig neu erobern müssen!
Als Ausweg bieten sich hochspezialisierte, handwerklich gefertigte Nischenrodukte innerhalb eines relativ kleinen Betriebes mit entsprechend spezieller zahlungskräftiger Kundschaft oder Massenfertigung in Anlehnung an Industriebetriebe an.
Auch in der Denkmalpflege -wie leider an etlichen Beispielen zu sehen - ist noch nicht die Einsicht gereift, daß es doch um objekt- und zielorientierte Lösungen gehen muß und nicht darum, wer für das wenigste Geld den Schein wahrt. Dabei ist ein Drängen auf hochwertige Ausführung der Arbeit auf Dauer unerläßlich, denn mit Billigmist sägen wir uns den Ast ab, auf dem wir sitzen. Hier gehen natürlich Forderungen an die Bauherren, ihrerseits auf Qualität zu drängen und diese auch zu bezahlen.
Was aber, wenn im Baubereich momentan an vielen Ecken doch nur schnell Fertigmachen zählt, und kaum einer nach Qualität und Kompetenz fragt?
Nun, diese Frage ist genau so einfach, wie schmerzlich zu beantworten. Von solchen Aufträgen haben wir als Handwerker doch so oder so nichts (außer Arbeit). Man setzt den halben Betrieb auf's Spiel, expandiert vielleicht noch schnell, schafft noch einige Investitionsgüter an, fährt um die halbe Welt, um am Ende keinen Gewinn zu haben. Tolle Aussicht.
Was also bleibt, ist die Besinnung auf die eigentlichen Stärken des Handwerks. Individuelle, hochwertige Produkte aus handwerklicher Fertigung. Produkte, die sich wohltuend vom industriellen Einerlei abheben.
Abgesehen von den Einsparungen im innerbetrieblichen Bereich, wo durch Ablaufoptimierung und Prozessplanung auch einiges an Kosten einzusparen ist, bleibt nur noch die Ausweitung bzw. die intensivere Nutzung des vorhandenen Geschäftsfeldes.
Dabei werden sich wohl bei jedem, auch ohne das Beauftragen einer Unternehmensberatung, noch einige Bereiche finden lassen, bei denen noch was rauszuholen ist. So sind doch bei vielen die Maßnahmen zur aktiven Auftragsbeschaffung, auf die bewährten und eingeschliffenen begrenzt, aktives Vermarkten der eigenen Firma mit Erschließung neuer Kundenkreise und deren Akquisition bleibt da die Ausnahme.
Es werden sich also bei jedem noch Reserven mobilisieren lassen. Die Frage, ob man den als aussichtsreich erkannten Weg dann auch gehen will, muß letztlich jeder selbst beantworten. Wichtig ist nur die Erkenntnis, daß diese und andere Entscheidungen uns niemand abnimmt und sich auch nichts von selbst erledigt. Packen wir's an!

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